
Bei Inkjet-Anlagen für Kunstfliesen hängt das Erreichen des glasartigen Glanzes ohne Überzug davon ab, die UV-Energie exakt richtig zu dosieren – weder zu viel noch zu wenig. Eine Unterhärtung lässt die Oberfläche klebrig und anfällig für Kratzer. Überhärtung führt zu Vergilbung der Pigmente und Belastungen im Substrat.
Deshalb setzen wir auf eine raumintegrierte Härtung mit einer Lampe, die genau für diesen Zweck entwickelt wurde und auf die Photoinitiator-Absorption dekorativer UV-Tinten auf Keramik abgestimmt ist.
Entscheidend in der Praxis sind Spektralübereinstimmung und Dosis. Wir verwenden eine Quecksilberdampflampe mit mittlerem Druck, stabilisiert auf 365 nm, mit breitem UVA-Spektrum, die am Substrat eine Spitzenbestrahlungsstärke von 800–1200 mW/cm² erreicht. Der Reflektor ist dichroitisch beschichtet und elliptisch geformt, wodurch der Strahl fokussiert bleibt, weniger IR-Strahlung verloren geht und die Reflektoreffizienz bei etwa 60–70 % liegt.
Die Lampe ist für 120–240 V ausgelegt, verfügt über eine ozonfreie Quarzglasummantelung und ist für 3000 Stunden Vollbetrieb spezifiziert. Ein integrierter Radiometeranschluss ermöglicht die Dosiskontrolle in mJ/cm² und eine Kompensation mit zunehmendem Lampenalters.
Und hier liegt der Grund für die Haftung: Die 365-nm-Photonen fördern eine schnelle Vernetzung der Acrylat-Oligomere in der Tinte, wodurch die Oberfläche wie glasiert aushärtet – hoher Glanz, Bleistifthärte über H und eine robuste chemische Beständigkeit. Dies führt zu kürzeren Zykluszeiten, weniger Ausschuss durch Kratzer und einem geringeren Energieverbrauch pro Fliese, da die Härtung bei der Liniengeschwindigkeit sofort erfolgt. Die Lampe lässt sich direkt in UV-Offset-/Siebdruck-/Hybriddrucker integrieren, die für die Keramikdekoration verwendet werden, mit reproduzierbaren Einstellpunkten für den Abstand Lampe-Substrat.
Einige Hinweise für die Werkstatt: Halten Sie den Arbeitsabstand bei 10–15 mm; außerhalb dieses Bereichs schwanken Glanz und Härtetiefe. Die Lampe benötigt ein eigenes Netzteil und eine Kühlkreislauf, und Umgebungsstaub sowie Lösungsmitteldämpfe verkürzen die Lebensdauer.
Vor der Prozessvalidierung sollte der Spektralausgang mit einem Spektroradiometer überprüft werden. Anschließend wird eine Dosis-Matrix über die Druckdichte gefahren, um den Glasurglanz zu fixieren, ohne die Pigmente zu beschädigen.